Die Geschichte der UVC-Entkeimung im Zeitraffer

Bis 1945

Erst Ende des 19. Jahrhunderts war man durch die Entdeckung der Quecksilberdampflampe in der Lage künstlich UVC-Strahlung herzustellen. Die mangelnde Zuverlässigkeit und Leistungsausbeute dieser Glaskolbenlampen verhinderte jedoch eine Verbreitung der Technik bis in die 30er Jahre des 20sten Jahrhunderts.

Erst mit der Entwicklung der Kalt-Kathodenröhre durch die amerikanische Firma Westinghouse gelang es preiswert leistungsfähige UVC-Strahlenquellen zu produzieren. Damit wurde eine wirkungsvolle Desinfektionsmethode ohne chemische Mittel oder Einsatz von hohen Temperaturen geschaffen.

 

50er bis 70er Jahre

Der Aufschwung der UVC-Entkeimungstechnik begann nach dem zweiten Weltkrieg. Die umfangreichen Untersuchungen aus dieser Zeit gelten noch heute als unverzichtbares Basiswissen für den Umgang mit der Technik. Dabei stand weniger die Trinkwasseraufbereitung im Fokus, als vielmehr die Verbesserung der Lufthygiene in Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen.

Auf dem europäischen Markt konnte sich die Entkeimungsmethode insbesondere im Zusammenhang mit der Herstellung und Lagerung von Wurst- und Fleischerzeugnissen durchsetzen. UVC-Strahlung wurde zunehmend auch zur Entkeimung von Trink- und Brauchwasser eingesetzt.

 

70er bis 90er Jahre

Das zunehmende Vertrauen in Antibiotika, neue Konservierungsstoffe, Reinigungs- und Desinfektionsmittel liessen das Interesse an dieser Prophylaxe-Technik ab Mitte der 80er Jahre vorübergehend zurückgehen.

In vielen Bereichen versprach die moderne Raumklimatisierung und Filtertechnik eine komfortable Lösung zur Bekämpfung luftgetragener Mikroorganismen zu sein.

Mitte der 90er Jahre trat eine gewisse Ernüchterung ein: Antibiotikaresistente Keime nahmen zu und Klimatechnik fungierte oft als Quelle - nicht als Lösung - für Luftverkeimung. Krankenhausinfektionen, "Sick Building Syndrome" (SBS) oder "Building Related Illness" wurden in diesem Zusammenhang zu Schlagworten.

 

Ab den 90er Jahren

Massloser Einsatz von Antibiotika und extensive Nutzung chemischer Desinfektionsmittel hatten zu einer Reihe von Problemen geführt. Multiresistente Keime und menschliche Unverträglichkeiten waren die Folgeerscheinungen.

Dem heutigen Hygienebewusstsein wird durch präventive Richtlinien und Gesetze wie beispielsweise dem HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) oder der VDI 6022 (hygienebewusste Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung Raumlufttechnischer Anlagen) Rechnung getragen. Mit der zunehmend kritischeren Haltung gegenüber chemischen Desinfektionsmitteln erlebte die UVC-Technik eine Renaissance.

 

UVC-Systeme heute

Waren es bis in die 80er Jahre hinein noch vielfach mangelhafte Auslegungskonzepte und technische Mängel, welche die UVC-Technologie in Diskredit brachten, so ergeben sich heute durch immer leistungsfähigere Computer und Simulationsprogramme ideale Voraussetzungen zur Berechnung funktionstüchtiger UV-Anlagen.

Heute vertrauen Trinkwasserversorger weltweit auf eine umweltfreundliche und funktionssichere UVC-Entkeimung. In vielen Bereichen der industriellen Lebensmittelproduktion und der Verpackungstechnik wird das umweltschonende, additiv-freie, geruchs- und geschmacksneutrale Verfahren erfolgreich eingesetzt. In einigen Anwendungen wird es bereits als unverzichtbar angesehen, um die geltenden Hygienerichtlinien einzuhalten. Aber auch in der Klima- und Gebäudetechnik, sowie im Gesundheitsbereich, hat diese Technik noch grosses Potential.